Anleitung: Drohneneinsatz anmelden – Schritte 1 bis 8
GEO-Zonen prüfen
immer- Was
- Zone des Startorts bzw. Fluggebiets bestimmen. Rund um den Flughafen München liegen die Zonen 1–4; je Zone gelten andere Höhen, die zusätzlich von der Geländehöhe abhängen.
- Womit
- Einsatz-Assistent (bestimmt die Zone automatisch)
- Google Earth App, Projekt „Drohne Lkr. Erding“ öffnen und prüfen, ob und in welcher Zone man sich befindet
- droneflightcheck.app: Standort per GPS wählen, zeigt die tatsächlich erlaubte Höhe
- maptool-dipul.dfs.de (Empfehlung der DFS)
- DroniqTrax o. ä. nur ergänzend: zeigt die Zone Fliegerhorst Erding derzeit nicht
- Höhen ohne Anmeldung
-
Flugplatzhöhe München: 453 m. Die Ergebnisse werden auf ganze Meter abgerundet.Zone Ohne Anmeldung bis Rechnung (Gelände = Startort in m ü. NN) - Achtung
- Überschneiden sich Zonen, zählt die niedrigste Zonennummer (wird Zone 2 durch Zone 1 „unterbrochen“, gilt Zone 1). Beispiel: Fuchsberg – dort sind nur noch 72 m erlaubt.
- Notieren
- Protokoll Abschnitt C: Flughafenzone, Fliegerhorst, örtliche Besonderheiten.
Sichtweite prüfen
immer- Was
- Für Flüge in den Zonen 1–4 eine Bodensicht von mindestens 800 m.
- Wie beurteilen
- Es gibt kein Messgerät, und nachts sieht man keine 800 m weit. Entscheidend ist nicht, wie weit man tatsächlich sieht, sondern wie weit man theoretisch (unabhängig von Tag oder Nacht) sehen könnte. Ist die Nacht nicht klar, aber ohne Einschränkungen (kein Nebel, kein Starkregen o. Ä.), ist ein Flug möglich.
- Womit
- Zur besseren Beurteilung kann die Seite metar-taf.com/de/EDDM geladen werden; sie zeigt die Sichtweite am Flughafen unter „Sichtweite“.
- Achtung
- Unter 800 m Sicht: kein Flug in der CTR.
- Notieren
- Protokoll Abschnitt D: Tag/Nacht, Sicht, Niederschlag, Temperatur, Haken bei „≥ 800 m bestätigt“.
Position und Geländehöhe bestimmen
immer- Was
- Koordinaten des Startorts und Geländehöhe (Höhe über dem Meeresspiegel) ermitteln.
- Womit
- Einsatz-Assistent (Standort und Höhe automatisch), oder
- App „My Altitude“: starten, Gerät ruhig halten, einige Sekunden warten, klassische WGS84-Koordinaten und die Höhe in ft ASL ablesen
- Format
- Koordinaten müssen der DFS bzw. dem Tower im klassischen (nicht verkürzten) Grad-Minuten-Sekunden-Format genannt werden. Eine Koordinate besteht aus Breiten- und Längengrad.
Beispiel: Breitengrad 48° 17′ 44″ N, Längengrad 11° 53′ 34″ O.Testweise kann zusätzlich eine what3words-Adresse genannt werden (einzelne Towerlotsen sind darauf unterwiesen). Die Koordinaten immer als Alternative bereithalten.
Gesprochen: „Breitengrad 48 Grad, 17 Minuten, 44 Sekunden, Nord; Längengrad 11 Grad, 53 Minuten, 34 Sekunden, Ost.“ - Notieren
- Protokoll Abschnitt B (Ort) und E (Geländehöhe).
Maximale Flughöhe ASL berechnen
bei Anmeldung- Was
- Die höchste geplante Flughöhe über Meeresspiegel (ASLmax) bestimmen. Dieser Wert wird dem Tower gemeldet.
- Formel
- ASLmax = Gelände ASL + Flughöhe AGL (alles in ft). Zuerst die für den Einsatz nötige Flughöhe über Grund festlegen (bei Bedarf mit Puffer) und in ft umrechnen (m × 3,281). Dann auf den in „My Altitude“ ermittelten ASL-Wert addieren. Das Ergebnis immer aufrunden.
Beispiel: Gelände 1680 ft ASL + geplante Flughöhe 120 ft AGL = ASLmax 1800 ft.
- Womit
- Tabellen und Hilfe: siehe Glossar & Tabellen; Einsatz-Assistent rechnet automatisch.
- Notieren
- Protokoll Abschnitt E (Rechenzeilen mit Formel).
ILS informieren
immer- Was
- ILS per Funk (Sprechwunsch) über den Drohnenflug im Einsatzgebiet informieren. Mitteilen (Umkreis und Höhe jeweils aufgerundet):
- Ort
- Umkreis in m
- Höhe in m
- Zeitraum
- Funkspruch
- „ILS Erding von (Rufname), Sprechwunsch.“Wortlaut als Vorschlag; an die örtliche Funkdisziplin anpassen.
„Information: Drohneneinsatz bei , Umkreis Meter, Höhe Meter, Zeitraum . Kommen.“ - Notieren
- Protokoll Abschnitt G: Uhrzeit und Name; nach dem Flug Abmeldung.
DFS / Tower München kontaktieren
bei Anmeldung- Telefon
- Tower München:
- Bereithalten
- Koordinaten (WGS84, klassisches Format) bzw. what3words-Adresse
- Maximale Flughöhe ASLmax in ft
- Aktionsradius um den Startpunkt in nautischen Meilen (m geteilt durch 1852)
- VLOS (Flug in Sichtweite) oder BVLOS (außerhalb der Sichtweite)
- Einsatzzweck (z. B. Lageerkundung, Personensuche, Brandbekämpfung)
- Zeitfenster des Flugs
- Wichtig
- Die Handynummer des Piloten angeben; der Pilot muss unter dieser Nummer erreichbar sein. Nach dem Flug nicht die Abmeldung vergessen.
- Gesprächsleitfaden
- „Tower München, Feuerwehr , Drohnenpilot . Wir möchten einen Drohnenflug anmelden.
Position: Breitengrad , Längengrad – alternativ what3words .
Maximale Flughöhe Fuß über Meeresspiegel, Radius nautische Meilen, (VLOS / BVLOS).
Zweck: . Zeitfenster: von bis voraussichtlich .
Rückrufnummer Pilot: .“ - Notieren
- Protokoll Abschnitt G: Uhrzeit, Name; bei Abmeldung ebenfalls.
Polizei Drohnenabwehr kontaktieren
nur wenn bei der DFS angemeldet- Hintergrund
- Im Umkreis von 7 km um den Flughafen ist der Drohnenabwehrdienst der Polizei aktiv und sieht jede Drohne jeder Größe. In der Regel wird nur ein 5-km-Radius überwacht, bei gutem Wetter bis 7 km; wir gehen daher von 7 km aus.
- Wann
- Nur anrufen, wenn der Flug bei der DFS angemeldet wird (höher als erlaubt oder Flug in Zone 1). Bleibt der Flug im erlaubten Bereich und unter den freigegebenen Höhen, ist kein Anruf nötig.
- Telefon
- Drohnenabwehrdienst Polizei:
- Mitteilen
- Grund des Einsatzes
- grober Ort (Bezeichnung und Gebiet, in dem geflogen wird; keine Koordinaten)
- Höhe
- Umkreis
- Notieren
- Protokoll Abschnitt G.
Flüge in der Nähe des Fliegerhorsts Erding
nur roter Bereich- Wann
- Wenn der Flug im roten Bereich am Fliegerhorst Erding stattfinden soll (siehe Google-Earth-Karte).
- Ablauf
- Tower/DFS anrufen () und fragen, ob die Zone am Fliegerhorst Erding aktiv ist.
- Nicht aktiv: Es kann bis zum Fliegerhorstzaun geflogen werden.
- Aktiv: Bundeswehr anrufen, ; reagiert dort niemand, . Dort das weitere Vorgehen abklären.
- Notieren
- Protokoll Abschnitt C (Fliegerhorst, Zone aktiv?) und G (Bundeswehr).
Glossar und Tabellen
Nachschlagen| ASL | Above Sea Level – Höhe über dem Meeresspiegel | AGL | Above Ground Level – Höhe über Grund |
|---|---|---|---|
| CTR | Control Zone – Kontrollzone | NM | Nautische Meile (1 NM = 1,852 km) |
| VLOS | Visual Line of Sight – Flug innerhalb der Sichtweite | BVLOS | Beyond Visual Line of Sight – außerhalb der Sichtweite |
| WGS84 | World Geodetic System 1984 – Koordinatenreferenzsystem | METAR | Aviation Routine Weather Report – Luftfahrt-Wettermeldung |
| TAF | Terminal Aerodrome Forecast – Luftfahrt-Wettervorhersage | FVK | Flugverkehrskontrolle (Freigabe der DFS) |
| ARP | Flugplatzbezugspunkt (Mittelpunkt der Zonen 2 und 3) | ILS | Integrierte Leitstelle (Funkkontakt, Schritt 5) |
Umrechnung: m in ft: m × 3,281 · m in NM: m ÷ 1852
Meter in Fuß (Flughöhe AGL, aufgerundet)
Meter in Nautische Meilen (Radius)
Einheiten an der Fernbedienung umstellen: Fernbedienung starten, bis zur Kameraansicht durchklicken, Vorflugcheck abschließen, oben rechts auf die 3 Punkte, im geöffneten Menü erneut die 3 Punkte (ganz unten), „Einstellungen zu Einheiten“, erster Punkt: Metrisch (km/h) für Flughöhe in m bzw. Angelsächsisch (mph) für Flughöhe in ft.